Broker-Login:
ROUNDUP: Flüsse führten so wenig Wasser wie seit 30 Jahren nicht

BONN (dpa-AFX) - Von vielen Flüssen gab es Berichte über extrem niedrige Wasserstände. Nun zeigt eine Bilanz: Es floss viel weniger Wasser durch Europas Flüsse als üblich, sie verzeichneten im Sommer die niedrigsten mittleren Abflussmengen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1992. Gleichzeitig waren die Meere rund um Europa ungewöhnlich warm, wie der EU-Klimawandeldienst C3S berichtet.

Im Juli und August wurden demnach an vielen großen Flüssen wie Rhein, Donau, Po, Loire, Rhône und Seine rekordniedrige oder nahezu rekordniedrige Abflüsse registriert. Folge sei ein erhöhter Druck auf Bewässerung, Kühlung von Kernreaktoren, Wasserkraft, Süßwasserverfügbarkeit und Energieversorgung gewesen. Das verdeutliche den engen Zusammenhang zwischen Klimawandel und geopolitischen Herausforderungen wie der Energiesicherheit, hieß es vom Dienst des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.

Entlang eines Großteils der Atlantikküste sowie im westlichen und zentralen Mittelmeer habe es Rekordwerte oder Beinahe-Rekordwerte bei den Meeresoberflächentemperaturen gegeben, hieß es weiter. Dies sei mit starken bis außergewöhnlichen marinen Hitzewellen einhergegangen. "Marine Hitzewellen können die Hitze in angrenzenden Küstengebieten verstärken, indem sie die nächtliche Abkühlung einschränken und die Luftfeuchtigkeit erhöhen, wodurch sich der Hitzestress verschlimmert."

Den Copernicus-Daten zufolge war der Sommer für den Gesamtkontinent der drittwärmste und für Westeuropa der wärmste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn. Westeuropa verzeichnete eine Durchschnittstemperatur von 21,7 Grad Celsius, was 2,5 Grad über dem Schnitt der Jahre 1991 bis 2020 liegt. Bis zum Ende der Sommersaison war ein Rekordanteil von 52 Prozent der Kontinentfläche einer als sehr stark eingestuften Hitzebelastung ausgesetzt - was gefühlten Temperaturen von 38 Grad oder mehr entspreche.

Bemerkenswert seien zudem die Dauer und die geografische Ausdehnung der Hitze gewesen: Es gab 17 Tage, an denen in mindestens 60 Prozent Westeuropas Temperaturen von über 30 Grad herrschten - verglichen mit 11 Tagen im Jahr 2003 und 7 Tagen im Jahr 2025.

Anhaltende Trockenheit und wiederholte Hitzewellen begünstigten eine außergewöhnlich intensive Waldbrandsaison: Bis zum 2. September sei die in der EU verbrannte Fläche fast doppelt so groß wie im Schnitt der Jahre 2006 bis 2025 gewesen. Besonders betroffen waren Spanien und Frankreich. Millionen Menschen seien infolge der Brände gefährlicher Luftverschmutzung ausgesetzt gewesen./ram/DP/stk