ROUNDUP: Deutsche Exporte steigen - aber neue Zolldrohungen von Trump
WIESBADEN (dpa-AFX) - Lichtblick für Deutschlands Exporteure inmitten neuer Zolldrohungen aus den USA: Im März wuchsen die Ausfuhren "Made in Germany" in alle Welt überraschend - trotz des Nahostkriegs. Von Aufatmen kann aber keine Rede sein. Mit einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an die EU droht der Handelsstreit zwischen Europa und den USA wieder aufzuflammen. Zudem sank die Produktion der deutschen Industrie unerwartet, sie leidet unter dem Iran-Konflikt.
Im März legten die Exporte um 0,5 Prozent zum Februar auf 135,8 Milliarden Euro zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zum Vorjahresmonat stand ein Plus von 1,9 Prozent. Analysten hatten nach einem starken Februar mit einem Minus gerechnet. Zugleich schrumpfte aber die Produktion im verarbeitenden Gewerbe um 0,7 Prozent - vor allem im Maschinenbau und der Energieerzeugung, während Bau und Autobranche zulegten.
"Die Aussichten auf eine moderate Erholung der Industrie trüben sich angesichts des Nahostkonflikts und der von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle zunehmend ein", schrieb Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW).
Teure Energie mit Iran-Krieg dämpft die Stimmung
"Die Industrie befindet sich nach einem Zwischenhoch wieder auf dem absteigenden Ast", meinte der Ãkonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Offenkundig habe der Anstieg der Energiepreise wegen des Iran-Kriegs für einen Dämpfer gesorgt. "Für eine Stimmungsverbesserung braucht es zuallererst eine Ãffnung der StraÃe von Hormus."
Ein Ende des Kriegs und der Lieferkettenprobleme durch die Sperrung der Meerenge sei aber nicht in Sicht, meint DIHK-AuÃenwirtschaftschef Volker Treier. "Das leichte Exportplus reicht nicht für eine Entwarnung. Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten sind noch nicht überall absehbar, das konjunkturell dickere Ende kommt noch nach."
Geschäft mit USA unter Druck - und Trump droht weiter
Im März blieben die USA wichtigster Auslandsmarkt für deutsche Exporteure, Ausfuhren im Wert von 11,2 Milliarden Euro bedeuteten allerdings einen Rückgang um 7,9 Prozent um Vormonat. Verglichen mit März 2025 schrumpften die Exporte sogar um gut ein Fünftel (21,4 Prozent). "Die Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump hinterlässt demnach deutliche Bremsspuren", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.
Und Trump treibt seinen aggressiven Kurs unbeirrt voran, auch wenn ein US-Gericht von ihm verhängte temporäre Importzölle von zehn Prozent für rechtswidrig erklärte. Er setzt der EU eine Frist: Sollte sie nicht bis zum Geburtstag der USA am 4. Juli ihren Teil des transatlantischen Handelsabkommens erfüllen, würden die Zölle "leider sofort auf ein viel höheres Niveau steigen", drohte er auf seiner Plattform Truth Social.
Im Sommer 2025 hatten sich die EU und die USA auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte zu erleichtern. Unter anderem Zolldrohungen von Trump im Grönland-Konflikt bremsten aber die Umsetzung des Deals.
Auch aus China kommt kein Rückenwind für die deutschen Exporteure: Die Ausfuhren dorthin sanken im März um 1,8 Prozent gegenüber Februar. Dagegen wuchs das Geschäft der deutschen Exporteure mit der EU um 3,4 Prozent auf 78,4 Milliarden Euro und erwies sich erneut als Stütze.
Wachstumsprognosen gekappt
Die Exporteure, einst eine Säule der deutschen Wirtschaft, stehen mit Trumps Zollpolitik und Konkurrenz aus China schon länger unter Druck. Zuletzt hatte der Iran-Krieg für Unsicherheit gesorgt und die Hoffnung auf einen spürbaren Aufschwung zunichtegemacht. Die gestiegenen Ãlpreise belasten Verbraucher an den Tankstellen, dämpfen den Konsum und verteuern den Transport von Waren - das trifft die Exportnation Deutschland besonders. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 0,5 Prozentpunkte halbiert.
Iran-Krieg belastet Unternehmen
Den deutschen Exporten von knapp 136 Milliarden Euro im März standen kräftig wachsende Importe von gut 121 Milliarden Euro gegenüber. Unterm Strich stand ein AuÃenhandelsüberschuss von 14,3 Milliarden Euro, deutlich weniger als im Februar (19,6 Mrd Euro) - aus Sicht des Handelsverbands BGA ein Warnsignal. Unternehmen spürten zunehmend die Folgen des Iran-Kriegs in Form steigender Speditionspreise und teurerer Vorprodukte, schrieb Präsident Dirk Jandura.
Noch 2025 hatten die deutschen Exporte erstmals seit zwei Jahren wieder zugelegt - trotz des Zollstreits mit Trump. Für 2026 rechnet die Deutsche Industrie- und Handelskammer wegen des Iran-Kriegs mit einer Stagnation der Exporte statt einem Plus von 1,0 Prozent, wie zuvor erwartet./ceb/als/DP/jha
WIESBADEN (dpa-AFX) - Lichtblick für Deutschlands Exporteure inmitten neuer Zolldrohungen aus den USA: Im März wuchsen die Ausfuhren "Made in Germany" in alle Welt überraschend - trotz des Nahostkriegs. Von Aufatmen kann aber keine Rede sein. Mit einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an die EU droht der Handelsstreit zwischen Europa und den USA wieder aufzuflammen. Zudem sank die Produktion der deutschen Industrie unerwartet, sie leidet unter dem Iran-Konflikt.
Im März legten die Exporte um 0,5 Prozent zum Februar auf 135,8 Milliarden Euro zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zum Vorjahresmonat stand ein Plus von 1,9 Prozent. Analysten hatten nach einem starken Februar mit einem Minus gerechnet. Zugleich schrumpfte aber die Produktion im verarbeitenden Gewerbe um 0,7 Prozent - vor allem im Maschinenbau und der Energieerzeugung, während Bau und Autobranche zulegten.
"Die Aussichten auf eine moderate Erholung der Industrie trüben sich angesichts des Nahostkonflikts und der von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zölle zunehmend ein", schrieb Nils Jannsen, Leiter Konjunktur Deutschland am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW).
Teure Energie mit Iran-Krieg dämpft die Stimmung
"Die Industrie befindet sich nach einem Zwischenhoch wieder auf dem absteigenden Ast", meinte der Ãkonom Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg. Offenkundig habe der Anstieg der Energiepreise wegen des Iran-Kriegs für einen Dämpfer gesorgt. "Für eine Stimmungsverbesserung braucht es zuallererst eine Ãffnung der StraÃe von Hormus."
Ein Ende des Kriegs und der Lieferkettenprobleme durch die Sperrung der Meerenge sei aber nicht in Sicht, meint DIHK-AuÃenwirtschaftschef Volker Treier. "Das leichte Exportplus reicht nicht für eine Entwarnung. Die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten sind noch nicht überall absehbar, das konjunkturell dickere Ende kommt noch nach."
Geschäft mit USA unter Druck - und Trump droht weiter
Im März blieben die USA wichtigster Auslandsmarkt für deutsche Exporteure, Ausfuhren im Wert von 11,2 Milliarden Euro bedeuteten allerdings einen Rückgang um 7,9 Prozent um Vormonat. Verglichen mit März 2025 schrumpften die Exporte sogar um gut ein Fünftel (21,4 Prozent). "Die Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump hinterlässt demnach deutliche Bremsspuren", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.
Und Trump treibt seinen aggressiven Kurs unbeirrt voran, auch wenn ein US-Gericht von ihm verhängte temporäre Importzölle von zehn Prozent für rechtswidrig erklärte. Er setzt der EU eine Frist: Sollte sie nicht bis zum Geburtstag der USA am 4. Juli ihren Teil des transatlantischen Handelsabkommens erfüllen, würden die Zölle "leider sofort auf ein viel höheres Niveau steigen", drohte er auf seiner Plattform Truth Social.
Im Sommer 2025 hatten sich die EU und die USA auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte zu erleichtern. Unter anderem Zolldrohungen von Trump im Grönland-Konflikt bremsten aber die Umsetzung des Deals.
Auch aus China kommt kein Rückenwind für die deutschen Exporteure: Die Ausfuhren dorthin sanken im März um 1,8 Prozent gegenüber Februar. Dagegen wuchs das Geschäft der deutschen Exporteure mit der EU um 3,4 Prozent auf 78,4 Milliarden Euro und erwies sich erneut als Stütze.
Wachstumsprognosen gekappt
Die Exporteure, einst eine Säule der deutschen Wirtschaft, stehen mit Trumps Zollpolitik und Konkurrenz aus China schon länger unter Druck. Zuletzt hatte der Iran-Krieg für Unsicherheit gesorgt und die Hoffnung auf einen spürbaren Aufschwung zunichtegemacht. Die gestiegenen Ãlpreise belasten Verbraucher an den Tankstellen, dämpfen den Konsum und verteuern den Transport von Waren - das trifft die Exportnation Deutschland besonders. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 0,5 Prozentpunkte halbiert.
Iran-Krieg belastet Unternehmen
Den deutschen Exporten von knapp 136 Milliarden Euro im März standen kräftig wachsende Importe von gut 121 Milliarden Euro gegenüber. Unterm Strich stand ein AuÃenhandelsüberschuss von 14,3 Milliarden Euro, deutlich weniger als im Februar (19,6 Mrd Euro) - aus Sicht des Handelsverbands BGA ein Warnsignal. Unternehmen spürten zunehmend die Folgen des Iran-Kriegs in Form steigender Speditionspreise und teurerer Vorprodukte, schrieb Präsident Dirk Jandura.
Noch 2025 hatten die deutschen Exporte erstmals seit zwei Jahren wieder zugelegt - trotz des Zollstreits mit Trump. Für 2026 rechnet die Deutsche Industrie- und Handelskammer wegen des Iran-Kriegs mit einer Stagnation der Exporte statt einem Plus von 1,0 Prozent, wie zuvor erwartet./ceb/als/DP/jha