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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Schwacher Wochenbeginn nach Rekordhoch

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die erneute Zuspitzung der Lage im Nahen Osten hat dem deutschen Aktienmarkt am Montag Verluste eingebrockt. Die Öl- und Gaspreise stiegen kräftig. Gleichzeitig legten auch die Zinsen an den Anleihemärkten spürbar zu. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen erreichte den höchsten Stand seit mehr als 15 Jahren. In dieser Gemengelage waren Aktien nicht gefragt, Anleger strichen vielmehr Kursgewinne ein.

Der Dax gab um 1,17 Prozent auf 26.258,11 Zähler nach. Am Freitag hatte der deutsche Leitindex knapp über 26.600 Punkten eine weitere Bestmarke aufgestellt. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Montag 0,92 Prozent auf 32.724,55 Punkte.

"Gleich zu Wochenbeginn haben es Anleger mit genau den Themen zu tun, die sie seit Wochen umtreiben: den Sorgen vor steigender Inflation und ungelösten geopolitischen Fragen sowie der Angst, dass die amerikanische Notenbank bald die Zinsen anheben könnte", schrieb Jochen Stanzl, Marktanalyst bei der Consorsbank. Zudem müsse der Dax mit dem beginnenden September als historisch schwächstem Börsenmonat des Jahres erst noch zeigen, ob er gegen diesen saisonalen Trend weiter steigen könne.

Angesichts der steigenden Zinsen an den Kapitalmärkten gerieten zinssensible Aktien unter Druck. Dazu zählen vor allem Immobilienwerte. Im Dax büßten Vonovia 3 Prozent ein. Mit Aroundtown , TAG Immobilien und LEG Immobilien zählten im MDax drei Aktien der Branche zu den größten Kursverlierern mit bis zu minus 3,6 Prozent.

Das Geschäftsmodell von Immobiliengesellschaften basiert stark auf Fremdfinanzierung. Steigen die Renditen an den Kapitalmärkten, steigen also tendenziell auch die Finanzierungskosten der Unternehmen. Zudem erschweren hohe Zinsen Verkäufe aus dem Bestandsportfolio ebenso wie Käufe.

Größter Verlierer im Dax waren Siemens Energy mit einem Abschlag von 5 Prozent. Auslöser war ein Medienbericht, demzufolge Elon Musk zur Stromversorgung für eigene Rechenzentren mit SpaceX in den Bau von Gasturbinen einsteigen will.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es aus dem Nebenwerte-Index SDax . Die Aktien von OHB zogen um gut 6 Prozent an. Das Bremer Raumfahrtunternehmen soll 18 Satelliten für die Europäische Union bauen.

Noch vor OHB setzte sich die Sto-Aktie mit einem Kursanstieg von fast 9 Prozent. Der operative Gewinn des Farben- und Dämmstoffspezialisten fiel im ersten Halbjahr höher aus als vor einem Jahr.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor am Montag 1,01 Prozent auf 6.420,16 Punkte. Außerhalb der Eurozone verzeichnete Zürich ebenfalls Verluste. In London fand wegen eines Feiertags kein Handel statt. In New York zeigten sich der Dow Jones Industrial und der technologielastige Nasdaq 100 zum europäischen Handelsschluss ebenfalls schwächer./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---