ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Kursrutsch wegen Nahost-Lage geht weiter
PARIS/LONDON/ZÃRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte sind am Freitag weiter abgerutscht wegen der eskalierten Lage im Nahen Osten. Neue Angriffe des Irans auf Ãl- und Gasinfrastrukturen der Golfstaaten erhöhten weiter die Angst der Anleger, dass sich die Lage am globalen Energiemarkt noch zuspitzt. Verstärkt wurde die Anspannung von einem Bericht im "Wall Street Journal", wonach das US-Verteidigungsministerium drei Kriegsschiffe und Tausende weiterer Marines entsenden soll.
Der EuroStoxx 50 verlor glatte zwei Prozent auf 5.501,28 Punkte und näherte sich so seinem November-Tief, das mit 5.473 Punkten nicht mehr weit entfernt liegt. Der Schweizer SMI rutschte auch mit 1,11 Prozent ins Minus auf 12.320,99 Punkte, während der britische FTSE 100 um 1,45 Prozent auf 9.917,60 Punkte fiel. Er steht damit erstmals seit Anfang Januar wieder unter der 10.000-Punkte-Marke.
"Da der Konflikt bisher innerhalb des von der US-Regierung angegebenen Zeitrahmens von 4 bis 6 Wochen bleibt, befinden wir uns möglicherweise noch in der Eskalationsphase", warnte der Barclays-Stratege Emmanuel Cau vor der Gefahr weiterer Verluste. Eine Deeskalation sei zwar nicht absehbar, wegen der wachsenden wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Kosten des Krieges aber der wohl logischste nächste Schritt.
Cau ordnete weiter ein, dass Aktien mittlerweile eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit eines längeren Energiepreisschocks eingepreist hätten. 2022 sei der EuroStoxx nach dem russischen Ãberfall auf die Ukraine um 21 Prozent gefallen, bis der Ãlpreis der Sorte Brent damals über 120 Dollar seinen Höhepunkt erreicht habe - jener Marke, die zuletzt auch fast wieder erreicht wurde. Bislang hat der EuroStoxx seit Ende Februar mit etwa zehn Prozent weniger stark nachgegeben.
In der Branchentabelle gab es am Freitag letztlich keine Gewinner, selbst der zuletzt vom hohen Ãlpreis gestützte Stoxx Europe 600 Oil & Gas konnte sich dem schwachen Gesamtmarkt nicht entziehen. Er verlor mehr als zwei Prozent an Wert, genauso wie die zins- und konjunkturempfindlichen Indizes der Immobilien-, Industriegüter- und Technologiesektoren. Das Schlusslicht war dieses Mal aber der Versorgerindex Stoxx Europe 600 Utilities mit 2,7 Prozent Minus.
Relativ gering waren die Verluste im Baustoffsektor, der nur um 0,6 Prozent nachgab. Werte wie Holcim oder Heidelberg Materials verbesserten hier mit Erholungsgewinnen das Gesamtbild. Analyst Ephrem Ravi von der Citigroup verwies auf Beratungen der Europäischen Union über das Emissionshandelssystem ETS. Es zeichne sich eher eine Feinabstimmung als eine grundlegende Systemänderung ab, die ein Preisrisiko für Zement beseitige.
In London waren Unilever mit einem Anstieg um ein halbes Prozent eine positive Ausnahme. Der Konsumgüterkonzern kommt bei seinen Bemühungen um die Trennung vom Lebensmittelgeschäft voran. Informiert wurde über Gespräche mit dem US-Gewürzhersteller McCormick & Co mit noch ungewissem Ergebnis.
Novartis gelang es jedoch nicht, sich dem Marktumfeld nachhaltig zu entziehen. Die Titel gaben um 1,1 Prozent nach infolge der Ankündigung, dass eine Tochter des US-Biotechunternehmens Synnovation Therapeutics übernommen wird. Analysten wiesen darauf hin, dass damit das Portfolio im Bereich der frühen Brustkrebs-Behandlungen gestärkt werde.
In London fielen die Aktien von JD Wetherspoon negativ auf mit einem Kurseinbruch um mehr als zehn Prozent. Die britische Pub-Kette hatte einen deutlichen Gewinnrückgang im ersten Halbjahr gemeldet./tih/stk
PARIS/LONDON/ZÃRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte sind am Freitag weiter abgerutscht wegen der eskalierten Lage im Nahen Osten. Neue Angriffe des Irans auf Ãl- und Gasinfrastrukturen der Golfstaaten erhöhten weiter die Angst der Anleger, dass sich die Lage am globalen Energiemarkt noch zuspitzt. Verstärkt wurde die Anspannung von einem Bericht im "Wall Street Journal", wonach das US-Verteidigungsministerium drei Kriegsschiffe und Tausende weiterer Marines entsenden soll.
Der EuroStoxx 50
"Da der Konflikt bisher innerhalb des von der US-Regierung angegebenen Zeitrahmens von 4 bis 6 Wochen bleibt, befinden wir uns möglicherweise noch in der Eskalationsphase", warnte der Barclays-Stratege Emmanuel Cau vor der Gefahr weiterer Verluste. Eine Deeskalation sei zwar nicht absehbar, wegen der wachsenden wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Kosten des Krieges aber der wohl logischste nächste Schritt.
Cau ordnete weiter ein, dass Aktien mittlerweile eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit eines längeren Energiepreisschocks eingepreist hätten. 2022 sei der EuroStoxx nach dem russischen Ãberfall auf die Ukraine um 21 Prozent gefallen, bis der Ãlpreis der Sorte Brent damals über 120 Dollar seinen Höhepunkt erreicht habe - jener Marke, die zuletzt auch fast wieder erreicht wurde. Bislang hat der EuroStoxx seit Ende Februar mit etwa zehn Prozent weniger stark nachgegeben.
In der Branchentabelle gab es am Freitag letztlich keine Gewinner, selbst der zuletzt vom hohen Ãlpreis gestützte Stoxx Europe 600 Oil & Gas
Relativ gering waren die Verluste im Baustoffsektor
In London waren Unilever
Novartis
In London fielen die Aktien von JD Wetherspoon