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ROUNDUP 4: Neuer Streik der Lufthansa-Piloten - Ausfälle am Montag und Dienstag

(aktualisierte Fassung)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Passagiere der Lufthansa sind erneut von zahlreichen Flugausfällen in Folge von Streiks betroffen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit hat für Montag und Dienstag zu Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa und mehreren Tochtergesellschaften aufgerufen.

Der Streik von Pilotinnen und Piloten bei der Kernmarke Deutsche Lufthansa, Lufthansa Cargo und Cityline soll am Montag kurz nach Mitternacht um 00.01 Uhr beginnen und 48 Stunden dauern. Beim Ferienflieger Eurowings sind demnach nur am Montag alle Abflüge von deutschen Flughäfen betroffen.

Es ist die inzwischen vierte Streikwelle bei der Lufthansa. Erst kürzlich kam es wegen Streiks des Kabinenpersonals zu zahlreichen Flugausfällen bei Deutschlands größter Airline.

Hintergrund der aktuellen Piloten-Streiks der Vereinigung Cockpit (VC) sind Tarifkonflikte um die betriebliche Altersversorgung und die Vergütung bei der Regionaltochter Cityline. Die Lufthansa kritisierte, die Streikankündigung der Spartengewerkschaft VC stelle eine völlig neue Stufe der Eskalation dar.

Eurowings will Auswirkungen "so gering wie möglich" halten

Bis zum frühen Sonntagnachmittag war noch unklar, welche Eurowings-Flüge tatsächlich abheben. Nach Angaben der Airports waren Fluggesellschaften dabei, Ersatzflugpläne zu erstellen. Eurowings ging zuletzt davon aus, "einen großen Teil" des Flugprogramms durchführen zu können.

Neben Eurowings Europe könne die Airline auch auf Unterstützung von Partner-Airlines zählen, teilte der Ferienflieger auf seiner Internetseite mit. Betroffen von dem aktuellen Streikaufruf seien nur Flüge von Eurowings Deutschland, nicht die der Schwester Eurowings Europe. Man unternehme alles, um die Auswirkungen für Fluggäste so gering wie möglich zu halten, hieß es.

Ausfälle an den großen deutschen Airports

Klar ist, dass an den großen deutschen Airports wegen des 48-stündigen Pilotenstreiks bei der deutschen Lufthansa-Gruppe zahlreiche Flüge an diesem Montag und Dienstag ausfallen.

Am Hamburger Flughafen sind bei Lufthansa am Montag 12 Starts und Landungen von und nach Frankfurt sowie 12 von und nach München betroffen, wie der Flughafen mitteilte. Am Dienstag fallen weitere 13 Starts und Landungen von und nach Frankfurt sowie 12 von und nach München aus.

Auch am Hauptstadtflughafen BER sind an beiden Tagen die Lufthansa-Verbindungen von und nach Frankfurt und München betroffen, wie aus der Fluginformation auf der Internetseite des BER hervorgeht.

Reisende an den größeren Flughäfen Nordrhein-Westfalens müssen sich gleichfalls auf Auswirkungen einstellen. Wie viele Starts und Landungen an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn insgesamt ausfallen werden, konnten die Airports am Sonntag noch nicht benennen.

Am Stuttgarter Flughafen fallen am Montag mehrere Lufthansa-Flüge von und nach München und Frankfurt aus, wie aus der Abflug- und Ankunftstafel hervorging. Betroffen sind auch die Flughäfen in Leipzig und Dresden.

Welche Ausfälle die Vereinigung Cockpit erwartet

Die Pilotengewerkschaft VC hat im Streit um die Betriebsrenten bislang schon zwei Streikwellen organisiert. Erst Mitte März fielen wegen eines Ausstands Hunderte Flüge aus. Lufthansa hatte dafür einen Sonderflugplan aufgestellt. Lufthansa und VC sprachen dann von unterschiedlich hohen Ausfallquoten.

VC-Präsident Andreas Pinheiro geht davon aus, dass im Zuge der neuen Streikwelle am Montag und Dienstag bei Cityline quasi alle Flüge ausfallen werden. Der weitere Ausfall werde sich "grob in dem Rahmen" bewegen wie beim Streik der Lufthansa-Piloten Mitte März, sagte Pinheiro am Sonntag.

Über 500 Kurzstrecken-Flüge würden an jedem Tag bestreikt, bei der Langstrecke nur 60 oder 70 Flüge pro Tag. Die Ausfallquoten dürften in der Größenordnung zwischen 70 und 80 Prozent liegen: "Das ist nicht schön für die Passagiere, das wissen wir auch, wird aber wahrscheinlich so kommen."

Was Passagiere tun sollten

Passagiere mit gebuchten Flügen, die von den Ausfällen betroffen sind, sollten sich direkt an die Fluggesellschaften wenden.

Eurowings bat auf seiner Internetseite Fluggäste, sich fortlaufend über den Status ihres Fluges auf der Webseite eurowings.com oder über die Eurowings Kunden-App informiert zu halten. Auch Flughäfen baten Passagiere der betroffenen Fluggesellschaften, den Status ihres Fluges online zu prüfen und ihre Airline oder den Reiseveranstalter zu kontaktieren.

Darum geht es in den Tarifkonflikten

Die Piloten-Gewerkschaft VC sieht fehlenden Willen zur Einigung. Als Grund für den Streik nannte VC-Präsident Pinheiro, dass der Arbeitgeber in den Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung zeige. "Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber."

"Grund für diesen Aufruf ist ganz klar, dass wir in den letzten vier Wochen kein Angebot, kein verhandlungsfähiges Angebot vom Arbeitgeber erhalten haben, was über eine Null hinausgeht", sagte Pinheiro mit Blick auf Einzahlungen in die Altersversorgung. "Dementsprechend bleibt uns nichts anderes übrig, als hier auch weiter den Arbeitskampf zu suchen."

Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann betonte, VC streike bei der Lufthansa Classic und Cargo für eine Verdoppelung einer "bereits exzellenten Altersversorgung". Für eine Erhöhung der Arbeitgeberleistung gebe es weder einen Grund noch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Nur weil die VC mehr Arbeitgeberleistungen fordere, könne nicht die Zukunftsfähigkeit des gesamten Unternehmens weiter verschlechtert werden.

Die Altersversorgung liege bei der Lufthansa Classic und Cargo bereits heute im absoluten Spitzenfeld, auch im Vergleich mit unseren europäischen Wettbewerbern, sagte Niggemann. Bei Eurowings fordere die VC eine Verdreifachung der arbeitgeberseitigen Altersversorgungsbeiträge.

Auch bei Lufthansa Cityline habe er kein Verständnis für die Streikaufrufe, sagte Niggemann. Lufthansa Cityline sei hochdefizitär und mit ihrer Kostenposition nicht mehr wettbewerbsfähig.

Ausnahmen bei VC-Streik für bestimmte Destinationen

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland zu folgenden Destinationen vom Streik laut VC ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate./sl/DP/he