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ROUNDUP 4: Israels Armee meldet 'begrenzte' Bodeneinsätze im Libanon

(neu: Reaktion der Bundesregierung, durchgehend aktualisiert.)

BEIRUT/TEL AVIV (dpa-AFX) - Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen "begrenzte und gezielte Bodeneinsätze" im Süden des Nachbarlands Libanon begonnen. Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz, teilte Israels Armee mit. Die Einsätze am Boden seien "Teil umfassenderer Verteidigungsmaßnahmen", um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schützen. Die Bundesregierung äußerte sich "enorm beunruhigt" über die Entwicklungen und warnte die israelische Regierung vor einer größeren Bodenoffensive, die auch viele Libanesen fürchten.

Die Armee sei nun in Gebieten im Einsatz, in denen sie zuvor nicht gewesen sei, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani. In diesen Gegenden stelle die Hisbollah eine Bedrohung für Israels Zivilbevölkerung dar. Um welche Orte es sich genau handle, wollte er nicht mitteilen. Ob Israels Armee diese neuen Gebiete halten werde, wird laut dem Sprecher erst noch festgelegt. Die Entscheidung hänge von der weiteren Planung und dem weiteren Verlauf ab.

Israels Armee teilte weiter mit, dass sie vor dem Einmarsch der Soldaten Angriffe mit Artillerie und aus der Luft ausgeführt habe, "um Bedrohungen im Einsatzgebiet zu minimieren". Die "Times of Israel" sprach von einer "Erweiterung der Pufferzone" im Südlibanon, "um die Bedrohung durch die Hisbollah von der Grenze fernzuhalten".

Regierungssprecher: Sehen Vorbereitung für größere Bodenoffensive

Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte für die Bundesregierung: "Der Blick auf diesen Teil des Kriegsgebietes erfüllt uns mit Sorge, weil wir Vorbereitung für eine größere israelische Bodenoffensive sehen." Eine solche Offensive würde "die ohnehin angespannte humanitäre Lage in der Region deutlich verschlechtern." Deutschland fordere die "israelischen Freunde eindringlich auf, diesen Weg nicht einzuschlagen". Die Bundesregierung fordere Israel zudem auf, zivile Ziele nicht anzugreifen.

Bericht: Bodentruppen töten Dutzende Hisbollah-Mitglieder

Die "Times of Israel" hatte bereits am Wochenende berichtet, dass israelische Bodentruppen bei Kämpfen im Südlibanon Dutzende Milizionäre der irantreuen Hisbollah getötet hätten. Israels Verteidigungsministerium bestätigte den Bericht auf Anfrage. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden.

Die Schiitenorganisation bestätigte auf Anfrage Bodeneinsätze in der Gegend um Chijam, die in der Nähe der Grenze zu Israel liegt. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, es habe heftige Kämpfe zwischen beiden Seiten in der Stadt gegeben.

Nach Darstellung des Nachrichtenportals "Axios" will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Der Fluss ist etwa 30 Kilometer von Israels Grenze entfernt. Laut der "Jerusalem Post" sind Israels Soldaten bisher nicht so weit vorgerückt. Es handle sich deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht um einen umfassenden Einmarsch, wie es ihn im letzten Krieg im Jahr 2024 gegeben habe.

Israels Katz vergleicht Einsatz mit Vorgehen in Gaza

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz mahnte, die Einwohner könnten nicht in ihre Häuser südlich des Litani-Flusses zurückkehren, solange es keine Sicherheit für die Bevölkerung im Norden Israels gebe. Im Libanon wurden staatlichen Angaben zufolge bislang im Zuge der jüngsten Eskalation Hunderttausende Menschen vertrieben.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und er hätten Israels Soldaten angewiesen, im Zuge der Bodenoffensive "die terroristische Infrastruktur in den Grenzorten im Libanon zu zerstören", sagte Katz weiter. "Genau wie es gegen die Hamas in Rafah, Beit Hanun und den Terrortunneln im Gazastreifen geschehen ist." Der Gazastreifen ist während des Kriegs zwischen Israel und der Terrororganisation großflächig zerstört worden.

Katz hatte dem Nachbarland kürzlich mit der Einnahme von Gebieten gedroht, sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Hisbollah davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern und die Miliz zu entwaffnen. Die Hisbollah sollte eigentlich gemäß einer Waffenruhenvereinbarung entwaffnet werden. Dies ist bislang nicht gelungen.

Hisbollah griff in den Iran-Krieg ein

Israels Armee schickte bereits Anfang März weitere Bodentruppen in den Südlibanon. Dort hatte das israelische Militär zuvor noch fünf Posten gehalten. Seitdem ist es an weiteren Punkten stationiert. Der Schritt war eine Reaktion auf das Eingreifen der Hisbollah in den Krieg an der Seite des Irans. Die Miliz hatte Israel vor zwei Wochen erstmals seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024 wieder mit Raketen angegriffen. Zuvor hatte es einen einjährigen Krieg zwischen beiden gegeben./cir/DP/men