ROUNDUP 2: Serie von Angriffen auf Ãlinsel und Verkehrswege im Iran
(neu: Aspekte zusammengefasst.)
WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Schon kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Teheran sind im Iran zahlreiche Verkehrswege und die Ãlindustrie bombardiert worden. Der Iran meldete landesweite Angriffe auf seine Verkehrsinfrastruktur. Neben der Bombardierung einer Eisenbahnbrücke waren auch mehrere Autobahnen Ziel von Luftangriffen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.
Trump hat Teheran zur Ãffnung der für den globalen Ãl- und Gasmarkt wichtigen StraÃe von Hormus eine Frist gesetzt, die um 2.00 Uhr deutscher Zeit in der Nacht zum Mittwoch abläuft. "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er wolle nicht, dass das passiere, aber es werde wahrscheinlich dazu kommen.
Zwar hatte Trump dieses Ultimatum bereits drei Mal verschoben, nun aber mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden nach Ablauf seiner jüngsten Frist gedroht, sollte der Iran nicht einlenken.
Angriffe auf Autobahnen und das Schienennetz
In der Provinz Ost-Aserbaidschan wurde eine Autobahn nach Einschlägen von Geschossen gesperrt, wie Irna berichtete. In derselben Provinz sei eine Autobahnbrücke auf der Strecke zwischen der Millionenstadt Tabris und der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Sandschan attackiert worden, meldete die Zeitung "Etemad". Nahe der Pilgerstadt Ghom wurde laut iranischen Medien eine Brücke an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt angegriffen.
Die staatliche und englischsprachige Zeitung "Tehran Times" meldete Angriffe auf das Schienennetz in Karadsch, einer Millionenstadt westlich von Teheran. Die mächtigen Revolutionsgarden drohten mit Vergeltung und kündigten Raketenangriffe auf Industrie, Infrastruktur und Militärziele in Israel an, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.
Neue Explosionen auf Ãlinsel Charg
Der Iran meldete auÃerdem neue Explosionen auf der Insel Charg im Persischen Golf. Die Nachrichtenagentur Mehr berichtete, die Insel werde angegriffen. Dort hatte das US-Militär bereits Mitte März Luftangriffe ausgeführt.
Im Persischen Golf südlich des iranischen Festlands liegen mehrere Inseln von strategischer Bedeutung für die Führung in Teheran. Sie spielen auch wirtschaftlich eine wichtige Rolle. Die iranische Insel Charg etwa ist das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Ein groÃer Teil der Ãlproduktion wird von dort verschifft.
Trump hatte bereits eine mögliche Ãbernahme von Ãl aus der Region ins Spiel gebracht. Vor einer Woche sagte er der britischen Zeitung "Financial Times": "Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Ãl im Iran nehmen."
UN und Frankreich warnen vor Angriffen auf zivile Infrastruktur
Frankreichs AuÃenminister Jean-Noël Barrot warnte unterdessen vor Angriffen auf zivile Infrastruktur im Iran. "Wenn wir uns alle gegen Angriffe auf zivile und energetische Infrastrukturen aussprechen, dann vor allem, weil sie nach den Regeln der Kriegsführung und dem Völkerrecht ausgeschlossen sind, und zweitens, weil sie im Falle des Krieges im Iran zweifellos eine neue Phase der Eskalation und VergeltungsmaÃnahmen einleiten würden", sagte Barrot dem Sender France Info.
Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres die USA und Israel aufgefordert, von Angriffen auf Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur abzusehen. Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstoÃen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric.
UN-Sicherheitsrat berät über StraÃe von Hormus
Der UN-Sicherheitsrat sollte noch im Laufe des Tages (17.00 Uhr MESZ) voraussichtlich über einen Resolutionsentwurf von Bahrain zum Schutz der Handelsschifffahrt in der StraÃe von Hormus abstimmen. In dem Entwurf werden betroffene Staaten dazu aufgefordert, ihre defensiven MaÃnahmen zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen, wie es von Diplomaten hieÃ. Dafür soll der Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen.
Nach dem Ausbruch des von Israel und den USA am 28. Februar begonnenen Kriegs hatte Teheran die Schifffahrt durch die StraÃe von Hormus mit Angriffen und Drohungen quasi zum Erliegen gebracht. Weil die Meerenge für den globalen Ãl- und Gashandel zentral ist, schossen die Energiepreise nach oben und stiegen nun vor Ablauf von Trumps jüngstem Ultimatum weiter an.
IEA befürchtet "schwarzen April" bei Energieversorgung
Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte angesichts der weitgehend blockierten StraÃe von Hormus vor einer Zuspitzung der Probleme bei der Ãlversorgung. "Man muss sich bewusst sein, dass der März zwar sehr schwierig war, der April aber noch viel schlimmer werden wird", sagte Birol in Paris der Zeitung "Le Figaro".
"Sollte die Meerenge tatsächlich den ganzen April über gesperrt bleiben, werden wir doppelt so viel Rohöl und Raffinerieprodukte verlieren wie im März. Wir stehen vor einem "schwarzen April"", sagte Birol. "Ich bin heute sehr pessimistisch, weil dieser Krieg eine der Lebensadern der Weltwirtschaft lahmlegt. Nicht nur Ãl und Gas, sondern auch Düngemittel, Petrochemikalien, Helium und vieles mehr."/evs/DP/men
(neu: Aspekte zusammengefasst.)
WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Schon kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Teheran sind im Iran zahlreiche Verkehrswege und die Ãlindustrie bombardiert worden. Der Iran meldete landesweite Angriffe auf seine Verkehrsinfrastruktur. Neben der Bombardierung einer Eisenbahnbrücke waren auch mehrere Autobahnen Ziel von Luftangriffen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.
Trump hat Teheran zur Ãffnung der für den globalen Ãl- und Gasmarkt wichtigen StraÃe von Hormus eine Frist gesetzt, die um 2.00 Uhr deutscher Zeit in der Nacht zum Mittwoch abläuft. "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er wolle nicht, dass das passiere, aber es werde wahrscheinlich dazu kommen.
Zwar hatte Trump dieses Ultimatum bereits drei Mal verschoben, nun aber mit der Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden nach Ablauf seiner jüngsten Frist gedroht, sollte der Iran nicht einlenken.
Angriffe auf Autobahnen und das Schienennetz
In der Provinz Ost-Aserbaidschan wurde eine Autobahn nach Einschlägen von Geschossen gesperrt, wie Irna berichtete. In derselben Provinz sei eine Autobahnbrücke auf der Strecke zwischen der Millionenstadt Tabris und der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Sandschan attackiert worden, meldete die Zeitung "Etemad". Nahe der Pilgerstadt Ghom wurde laut iranischen Medien eine Brücke an einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt angegriffen.
Die staatliche und englischsprachige Zeitung "Tehran Times" meldete Angriffe auf das Schienennetz in Karadsch, einer Millionenstadt westlich von Teheran. Die mächtigen Revolutionsgarden drohten mit Vergeltung und kündigten Raketenangriffe auf Industrie, Infrastruktur und Militärziele in Israel an, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.
Neue Explosionen auf Ãlinsel Charg
Der Iran meldete auÃerdem neue Explosionen auf der Insel Charg im Persischen Golf. Die Nachrichtenagentur Mehr berichtete, die Insel werde angegriffen. Dort hatte das US-Militär bereits Mitte März Luftangriffe ausgeführt.
Im Persischen Golf südlich des iranischen Festlands liegen mehrere Inseln von strategischer Bedeutung für die Führung in Teheran. Sie spielen auch wirtschaftlich eine wichtige Rolle. Die iranische Insel Charg etwa ist das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Ein groÃer Teil der Ãlproduktion wird von dort verschifft.
Trump hatte bereits eine mögliche Ãbernahme von Ãl aus der Region ins Spiel gebracht. Vor einer Woche sagte er der britischen Zeitung "Financial Times": "Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Ãl im Iran nehmen."
UN und Frankreich warnen vor Angriffen auf zivile Infrastruktur
Frankreichs AuÃenminister Jean-Noël Barrot warnte unterdessen vor Angriffen auf zivile Infrastruktur im Iran. "Wenn wir uns alle gegen Angriffe auf zivile und energetische Infrastrukturen aussprechen, dann vor allem, weil sie nach den Regeln der Kriegsführung und dem Völkerrecht ausgeschlossen sind, und zweitens, weil sie im Falle des Krieges im Iran zweifellos eine neue Phase der Eskalation und VergeltungsmaÃnahmen einleiten würden", sagte Barrot dem Sender France Info.
Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres die USA und Israel aufgefordert, von Angriffen auf Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur abzusehen. Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstoÃen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric.
UN-Sicherheitsrat berät über StraÃe von Hormus
Der UN-Sicherheitsrat sollte noch im Laufe des Tages (17.00 Uhr MESZ) voraussichtlich über einen Resolutionsentwurf von Bahrain zum Schutz der Handelsschifffahrt in der StraÃe von Hormus abstimmen. In dem Entwurf werden betroffene Staaten dazu aufgefordert, ihre defensiven MaÃnahmen zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen, wie es von Diplomaten hieÃ. Dafür soll der Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen.
Nach dem Ausbruch des von Israel und den USA am 28. Februar begonnenen Kriegs hatte Teheran die Schifffahrt durch die StraÃe von Hormus mit Angriffen und Drohungen quasi zum Erliegen gebracht. Weil die Meerenge für den globalen Ãl- und Gashandel zentral ist, schossen die Energiepreise nach oben und stiegen nun vor Ablauf von Trumps jüngstem Ultimatum weiter an.
IEA befürchtet "schwarzen April" bei Energieversorgung
Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte angesichts der weitgehend blockierten StraÃe von Hormus vor einer Zuspitzung der Probleme bei der Ãlversorgung. "Man muss sich bewusst sein, dass der März zwar sehr schwierig war, der April aber noch viel schlimmer werden wird", sagte Birol in Paris der Zeitung "Le Figaro".
"Sollte die Meerenge tatsächlich den ganzen April über gesperrt bleiben, werden wir doppelt so viel Rohöl und Raffinerieprodukte verlieren wie im März. Wir stehen vor einem "schwarzen April"", sagte Birol. "Ich bin heute sehr pessimistisch, weil dieser Krieg eine der Lebensadern der Weltwirtschaft lahmlegt. Nicht nur Ãl und Gas, sondern auch Düngemittel, Petrochemikalien, Helium und vieles mehr."/evs/DP/men