Pressestimme: 'Frankfurter Rundschau' zu Vorgehen der Justiz gegen 'Zeit'
FRANKFURT (dpa-AFX) - "Frankfurter Rundschau" zu Vorgehen der Justiz gegen "Zeit"-Redaktion:
"Nicht die "Zeit" wurde hier in Haft genommen. Gefährdet wird vielmehr ein Grundpfeiler der Freiheit in unserem Land: die Pressefreiheit. Sie wurde über Jahrhunderte gegen die Mächtigen erkämpft. Aber diese Freiheit ist verletzlich, weil sie auf dem Vertrauen zwischen Menschen beruht. Es geht um Informationen, die man einem Journalisten anvertraut, ohne dass sie für die Veröffentlichung bestimmt sind. Dieses Vertrauen ist eine Voraussetzung unabhängiger Recherche. Ohne die Gewissheit, dass vertrauliche Gespräche geschützt bleiben, werden Menschen künftig schweigen, die etwas Wichtiges mitzuteilen hätten. Die Justiz muss die möglichen Folgen ihres Vorgehens für die Pressefreiheit bedenken. Denn in Deutschland, wo die Demokratie noch funktioniert, könnten künftig politische Kräfte an Einfluss gewinnen, die weit weniger Respekt vor der Unabhängigkeit der Medien haben. Gerade deshalb muss heute klar sein, wo die Grenzen staatlicher Macht verlaufen."/DP/jha
FRANKFURT (dpa-AFX) - "Frankfurter Rundschau" zu Vorgehen der Justiz gegen "Zeit"-Redaktion:
"Nicht die "Zeit" wurde hier in Haft genommen. Gefährdet wird vielmehr ein Grundpfeiler der Freiheit in unserem Land: die Pressefreiheit. Sie wurde über Jahrhunderte gegen die Mächtigen erkämpft. Aber diese Freiheit ist verletzlich, weil sie auf dem Vertrauen zwischen Menschen beruht. Es geht um Informationen, die man einem Journalisten anvertraut, ohne dass sie für die Veröffentlichung bestimmt sind. Dieses Vertrauen ist eine Voraussetzung unabhängiger Recherche. Ohne die Gewissheit, dass vertrauliche Gespräche geschützt bleiben, werden Menschen künftig schweigen, die etwas Wichtiges mitzuteilen hätten. Die Justiz muss die möglichen Folgen ihres Vorgehens für die Pressefreiheit bedenken. Denn in Deutschland, wo die Demokratie noch funktioniert, könnten künftig politische Kräfte an Einfluss gewinnen, die weit weniger Respekt vor der Unabhängigkeit der Medien haben. Gerade deshalb muss heute klar sein, wo die Grenzen staatlicher Macht verlaufen."/DP/jha