Persönliche Botschaften der Belegschaft für Zalando-Vorstand
BERLIN/ERFURT (dpa-AFX) - Nach wochenlanger Funkstille hat es in Berlin ein Treffen des Betriebsrats des von der SchlieÃung bedrohten Erfurter Zalando-Logistikzentrums mit dem Vorstand des Dax -Konzerns gegeben. "Für uns hat sich die Fahrt nach Berlin gelohnt. Wir haben ein Zeichen gesetzt", sagte Betriebsratschef Tony Krause nach dem Treffen der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Nach seinen Angaben wurden dem Vorstand des Internet-Modehändlers rund 1.250 Postkarten übergeben, auf denen Belegschaftsmitglieder sowie deren Familienangehörige und Freunde ihre Sorgen, Forderungen und Gedanken zur Situation des Thüringer Standorts notiert hatten.
Vorstand: Einigungsstelle ist der beste Weg
Nach Unternehmensangaben empfing der Co-Vorstandschef der Zalando AG, David Schröder, die Arbeitnehmervertreter zu einem persönlichen Gespräch. "Wir sind uns der Auswirkungen der Entscheidung bewusst und wissen, dass die aktuelle Situation für jeden einzelnen der betroffenen Kolleg*innen und ihre Familien eine enorme Belastung darstellt", erklärte Schröder. Die Verantwortung beider Seiten sei es, den Beschäftigten Klarheit zu verschaffen und einen Einigungsprozess einzuleiten. Die vom Management beantragte Einigungsstelle, gegen die der Betriebsrat vor dem Thüringer Landesarbeitsgericht klagt, sei dafür der beste Weg.
Krause schloss nicht aus, dass es vor der gerichtlichen Entscheidung über die Einigungsstelle Gespräche mit dem Management gibt. "Seit dem 5. März gab es keine Gespräche." Arbeitnehmer des Logistikzentrums hätten nun eine Petition gestartet, damit Gespräche aufgenommen werden.
Kundgebung vor der Konzernzentrale
Nach Betriebsratsangaben beteiligten sich Arbeitnehmervertreter des Erfurter und Berliner Standorts an einer Kundgebung vor der Konzernzentrale in Berlin. Selbst in das Foyer des Hauptgebäudes seien nur Betriebsratsvertreter gelassen worden, die zu dem Gespräch mit Schröder abgeholt worden seien, sagte Krause. Am Nachmittag traf sich die Erfurter Zalando-Delegation mit Abgeordneten im Bundestag. Dazu hatte sie Bundestags-Vize Bodo Ramelow eingeladen.
Zalando will das Logistikzentrum, mit dem der Online-Modehändler groà geworden ist, im September schlieÃen. Damit würden alle 2.700 Arbeitnehmer ihren Job in Erfurt verlieren. Der Konflikt schwelt seit Jahresbeginn, inzwischen hat es zwei Betriebsversammlungen, zuletzt ohne Managementvertreter, sowie eine Demonstration von Arbeitnehmern und Unterstützern in Erfurt gegeben. AuÃerdem läuft ein Arbeitsgerichtsverfahren um die Einrichtung einer Einigungsstelle.
Kosten der Stilllegung hoch
Ramelow hatte der dpa gesagt, er halte die SchlieÃung des Erfurter Zalando-Logistikzentrums für wirtschaftlich nicht vertretbar. Nach seinen Angaben hat der Vorstand des Internet-Modehändlers 80 Millionen Euro als SchlieÃungskosten für den Thüringer Standort veranschlagt. Ramelow vertritt mit Verweis auf Expertenschätzungen die Ansicht, dass das groÃe Logistikzentrum mit Investitionen von etwa 120 Millionen Euro auf den modernsten Stand gebracht werden könnte. "Die Differenz ist viel zu klein, um den Standort wegzuschmeiÃen", äuÃerte Ramelow. Betriebsratschef Krause nannte die Argumente von Ramelow nachvollziehbar./rot/DP/jha
BERLIN/ERFURT (dpa-AFX) - Nach wochenlanger Funkstille hat es in Berlin ein Treffen des Betriebsrats des von der SchlieÃung bedrohten Erfurter Zalando
Nach seinen Angaben wurden dem Vorstand des Internet-Modehändlers rund 1.250 Postkarten übergeben, auf denen Belegschaftsmitglieder sowie deren Familienangehörige und Freunde ihre Sorgen, Forderungen und Gedanken zur Situation des Thüringer Standorts notiert hatten.
Vorstand: Einigungsstelle ist der beste Weg
Nach Unternehmensangaben empfing der Co-Vorstandschef der Zalando AG, David Schröder, die Arbeitnehmervertreter zu einem persönlichen Gespräch. "Wir sind uns der Auswirkungen der Entscheidung bewusst und wissen, dass die aktuelle Situation für jeden einzelnen der betroffenen Kolleg*innen und ihre Familien eine enorme Belastung darstellt", erklärte Schröder. Die Verantwortung beider Seiten sei es, den Beschäftigten Klarheit zu verschaffen und einen Einigungsprozess einzuleiten. Die vom Management beantragte Einigungsstelle, gegen die der Betriebsrat vor dem Thüringer Landesarbeitsgericht klagt, sei dafür der beste Weg.
Krause schloss nicht aus, dass es vor der gerichtlichen Entscheidung über die Einigungsstelle Gespräche mit dem Management gibt. "Seit dem 5. März gab es keine Gespräche." Arbeitnehmer des Logistikzentrums hätten nun eine Petition gestartet, damit Gespräche aufgenommen werden.
Kundgebung vor der Konzernzentrale
Nach Betriebsratsangaben beteiligten sich Arbeitnehmervertreter des Erfurter und Berliner Standorts an einer Kundgebung vor der Konzernzentrale in Berlin. Selbst in das Foyer des Hauptgebäudes seien nur Betriebsratsvertreter gelassen worden, die zu dem Gespräch mit Schröder abgeholt worden seien, sagte Krause. Am Nachmittag traf sich die Erfurter Zalando-Delegation mit Abgeordneten im Bundestag. Dazu hatte sie Bundestags-Vize Bodo Ramelow eingeladen.
Zalando will das Logistikzentrum, mit dem der Online-Modehändler groà geworden ist, im September schlieÃen. Damit würden alle 2.700 Arbeitnehmer ihren Job in Erfurt verlieren. Der Konflikt schwelt seit Jahresbeginn, inzwischen hat es zwei Betriebsversammlungen, zuletzt ohne Managementvertreter, sowie eine Demonstration von Arbeitnehmern und Unterstützern in Erfurt gegeben. AuÃerdem läuft ein Arbeitsgerichtsverfahren um die Einrichtung einer Einigungsstelle.
Kosten der Stilllegung hoch
Ramelow hatte der dpa gesagt, er halte die SchlieÃung des Erfurter Zalando-Logistikzentrums für wirtschaftlich nicht vertretbar. Nach seinen Angaben hat der Vorstand des Internet-Modehändlers 80 Millionen Euro als SchlieÃungskosten für den Thüringer Standort veranschlagt. Ramelow vertritt mit Verweis auf Expertenschätzungen die Ansicht, dass das groÃe Logistikzentrum mit Investitionen von etwa 120 Millionen Euro auf den modernsten Stand gebracht werden könnte. "Die Differenz ist viel zu klein, um den Standort wegzuschmeiÃen", äuÃerte Ramelow. Betriebsratschef Krause nannte die Argumente von Ramelow nachvollziehbar./rot/DP/jha