Pentagon schickt Kündigungen: Redaktion von Militärzeitung protestiert
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die auf Militärthemen spezialisierte und staatlich mitfinanzierte US-Zeitung "Stars and Stripes" wirft dem Pentagon vor, ihrer Redaktionsleitung und Nahost-Korrespondentin wegen zu kritischer Berichterstattung gekündigt zu haben. In einem Beitrag auf der Webseite des Blattes heiÃt es, das Verteidigungsministerium habe entsprechende Schreiben verschickt - als Grund sei fehlender Gehorsam angegeben worden. Chefredakteur Erik Slavin betonte in einer Stellungnahme, "Stars and Stripes" müsse redaktionell unabhängig bleiben und könne keine PR für das Verteidigungsministerium machen. Eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Pentagon blieb zunächst unbeantwortet.
Gekündigt wurde auch der Reporterin Lara Korte, die von Deutschland aus über den Nahen Osten berichtet, und Herausgeber Max D. Lederer Jr., der ohnehin zuletzt sein Ausscheiden angekündigt hatte. Korte deutete an, dass ihre unabhängige Berichterstattung und kritischen Aussagen im Sender CBS wohl zur Entlassung geführt hätten. "Das Verteidigungsministerium feuert mich wegen Ungehorsams, nachdem ich einem CBS-Reporter gesagt habe, dass ich für "Stars and Stripes" arbeite - nicht für das Pentagon, nicht für irgendeine Regierung und nicht für irgendwelche Politiker", schrieb sie auf X. Auch Slavin hatte CBS ein Interview gegeben und klargemacht, dass nachrichtliche Zensur für "Stars and Stripes" eine rote Linie sei.
Nachrichtliche Zensur als rote Linie
Die unter anderem über Auslandseinsätze der US-Armee wie im Iran-Krieg berichtende und gewöhnlich sehr gut informierte Zeitung richtet sich in erster Linie an Militärangehörige und wird über den Haushalt des Verteidigungsministeriums mitfinanziert. Sie erreicht nach eigenen Angaben zusammengenommen mit ihren digitalen Kanälen bis zu 1,4 Millionen Menschen. Seine europäische Redaktionszentrale hat "Stars and Stripes" in Kaiserslautern, unweit des riesigen Luftwaffenstützpunkts Ramstein mit der gröÃten US-Militärgemeinde auÃerhalb der Vereinigten Staaten.
Vor Tagen hatte "Stars and Stripes" bekanntgegeben, dass der langjährige Herausgeber Lederer in den Ruhestand gehen werde. Er habe sich dazu entschlossen, weil sich seine Führungsphilosophie in grundlegender Hinsicht von den Plänen unterscheide, die das Pentagon für das Blatt habe, hieà es.
Debatte über Pressefreiheit in der Ãra Trump
Der Fall befeuert die Debatte darüber, wie die Regierung von Präsident Donald Trump mit der Pressefreiheit in den USA umgeht und kritische Berichterstattung zu diskreditieren oder ganz zu verhindern versucht. So führte das Pentagon im vergangenen Jahr neue Richtlinien für Journalistinnen und Journalisten ein, die vorsahen, dass Medienvertreter ohne Genehmigung der Regierung keine Informationen mehr über das Verteidigungsministerium veröffentlichen dürfen - andernfalls drohte der Entzug ihrer Akkreditierung.
Wer den verschärften Regeln nicht zustimmte, musste seinen Hausausweis für das Pentagon abgeben und den Arbeitsplatz dort räumen. Nahezu alle groÃen US-Medienhäuser weigerten sich jedoch, den 21-seitigen Regelkatalog zu unterzeichnen. Der Fall beschäftigte danach die Gerichte./rin/DP/zb
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die auf Militärthemen spezialisierte und staatlich mitfinanzierte US-Zeitung "Stars and Stripes" wirft dem Pentagon vor, ihrer Redaktionsleitung und Nahost-Korrespondentin wegen zu kritischer Berichterstattung gekündigt zu haben. In einem Beitrag auf der Webseite des Blattes heiÃt es, das Verteidigungsministerium habe entsprechende Schreiben verschickt - als Grund sei fehlender Gehorsam angegeben worden. Chefredakteur Erik Slavin betonte in einer Stellungnahme, "Stars and Stripes" müsse redaktionell unabhängig bleiben und könne keine PR für das Verteidigungsministerium machen. Eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Pentagon blieb zunächst unbeantwortet.
Gekündigt wurde auch der Reporterin Lara Korte, die von Deutschland aus über den Nahen Osten berichtet, und Herausgeber Max D. Lederer Jr., der ohnehin zuletzt sein Ausscheiden angekündigt hatte. Korte deutete an, dass ihre unabhängige Berichterstattung und kritischen Aussagen im Sender CBS wohl zur Entlassung geführt hätten. "Das Verteidigungsministerium feuert mich wegen Ungehorsams, nachdem ich einem CBS-Reporter gesagt habe, dass ich für "Stars and Stripes" arbeite - nicht für das Pentagon, nicht für irgendeine Regierung und nicht für irgendwelche Politiker", schrieb sie auf X. Auch Slavin hatte CBS ein Interview gegeben und klargemacht, dass nachrichtliche Zensur für "Stars and Stripes" eine rote Linie sei.
Nachrichtliche Zensur als rote Linie
Die unter anderem über Auslandseinsätze der US-Armee wie im Iran-Krieg berichtende und gewöhnlich sehr gut informierte Zeitung richtet sich in erster Linie an Militärangehörige und wird über den Haushalt des Verteidigungsministeriums mitfinanziert. Sie erreicht nach eigenen Angaben zusammengenommen mit ihren digitalen Kanälen bis zu 1,4 Millionen Menschen. Seine europäische Redaktionszentrale hat "Stars and Stripes" in Kaiserslautern, unweit des riesigen Luftwaffenstützpunkts Ramstein mit der gröÃten US-Militärgemeinde auÃerhalb der Vereinigten Staaten.
Vor Tagen hatte "Stars and Stripes" bekanntgegeben, dass der langjährige Herausgeber Lederer in den Ruhestand gehen werde. Er habe sich dazu entschlossen, weil sich seine Führungsphilosophie in grundlegender Hinsicht von den Plänen unterscheide, die das Pentagon für das Blatt habe, hieà es.
Debatte über Pressefreiheit in der Ãra Trump
Der Fall befeuert die Debatte darüber, wie die Regierung von Präsident Donald Trump mit der Pressefreiheit in den USA umgeht und kritische Berichterstattung zu diskreditieren oder ganz zu verhindern versucht. So führte das Pentagon im vergangenen Jahr neue Richtlinien für Journalistinnen und Journalisten ein, die vorsahen, dass Medienvertreter ohne Genehmigung der Regierung keine Informationen mehr über das Verteidigungsministerium veröffentlichen dürfen - andernfalls drohte der Entzug ihrer Akkreditierung.
Wer den verschärften Regeln nicht zustimmte, musste seinen Hausausweis für das Pentagon abgeben und den Arbeitsplatz dort räumen. Nahezu alle groÃen US-Medienhäuser weigerten sich jedoch, den 21-seitigen Regelkatalog zu unterzeichnen. Der Fall beschäftigte danach die Gerichte./rin/DP/zb