Nahost-Konflikt: Keine Versöhnungsgeste bei FIFA-Kongress
VANCOUVER (dpa-AFX) - FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Vertreter der Verbände Palästinas und Israels beim Kongress des FuÃball-Weltverbandes nicht zu einer Versöhnungsgeste bewegen können. Nach den Reden von Dschibril Radschub, dem Präsidenten des Palästinensischen FuÃball-Verbandes (PFA), und Bassim Scheich Suliman, dem Vize-Chef des Israelischen FuÃball-Verbandes (IFA), bat Infantino beide Funktionäre gemeinsam auf die Bühne in Vancouver.
Während Infantino und Radschub ein intensives Gespräch führten, stand Scheich Suliman einige Meter entfernt und beobachtete die ungewöhnliche Szene. "Wir werden zusammenarbeiten, lasst uns zusammenarbeiten, um den Kindern Hoffnung zu geben", sagte Infantino, nachdem beide mit einigen Metern Abstand die Bühne wieder verlassen hatten.
Palästinensischer Verband zieht vor Sportgerichtshof
Zuvor hatte Radschub angekündigt, dass die PFA vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen werde, um eine Entscheidung des FIFA-Councils anzufechten, Israels FuÃball-Verband nicht wegen angeblich diskriminierender Handlungen gegen palästinensische FuÃballer zu bestrafen.
Die Auswirkungen des politischen Konflikts auf den FuÃball beschäftigen die FIFA schon lange. "Beide Verbände haben die gleichen Rechte und Pflichten", versicherte Infantino. Noch unter Ex-Präsident Joseph Blatter, der vor mehr als zehn Jahren aus dem Amt schied, war eine Task Force gegründet worden.
Beide Parteien beschuldigen sich seit Jahren gegenseitig, die Entwicklung des FuÃballs der anderen Seite zu behindern. "Wir verlangen von der FIFA nicht, einen politischen Konflikt zu lösen, wir verlangen, FuÃball zu organisieren", sagte Radschub.
FIFA-Council unternahm keine weiteren Schritte
Zuletzt hatte der palästinensische Verband die FIFA aufgefordert, die Teilnahme israelischer Teams, die angeblich auf palästinensischem Gebiet ansässig seien, an israelischen Wettbewerben zu untersuchen. Das FIFA-Council entschied jedoch im März, keine weiteren Schritte zu unternehmen, "da der endgültige rechtliche Status des Westjordanlands gemäà Völkerrecht nach wie vor eine ungelöste und äuÃerst komplexe Sachfrage darstellt."
In einem anderen Fall hatte die FIFA den israelischen Verband unter anderem wegen VerstöÃen eines Clubs gegen Anti-Diskriminierungsregeln bestraft. Die IFA muss deshalb unter anderem eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 Schweizer Franken zahlen./aer/DP/he
VANCOUVER (dpa-AFX) - FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Vertreter der Verbände Palästinas und Israels beim Kongress des FuÃball-Weltverbandes nicht zu einer Versöhnungsgeste bewegen können. Nach den Reden von Dschibril Radschub, dem Präsidenten des Palästinensischen FuÃball-Verbandes (PFA), und Bassim Scheich Suliman, dem Vize-Chef des Israelischen FuÃball-Verbandes (IFA), bat Infantino beide Funktionäre gemeinsam auf die Bühne in Vancouver.
Während Infantino und Radschub ein intensives Gespräch führten, stand Scheich Suliman einige Meter entfernt und beobachtete die ungewöhnliche Szene. "Wir werden zusammenarbeiten, lasst uns zusammenarbeiten, um den Kindern Hoffnung zu geben", sagte Infantino, nachdem beide mit einigen Metern Abstand die Bühne wieder verlassen hatten.
Palästinensischer Verband zieht vor Sportgerichtshof
Zuvor hatte Radschub angekündigt, dass die PFA vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen werde, um eine Entscheidung des FIFA-Councils anzufechten, Israels FuÃball-Verband nicht wegen angeblich diskriminierender Handlungen gegen palästinensische FuÃballer zu bestrafen.
Die Auswirkungen des politischen Konflikts auf den FuÃball beschäftigen die FIFA schon lange. "Beide Verbände haben die gleichen Rechte und Pflichten", versicherte Infantino. Noch unter Ex-Präsident Joseph Blatter, der vor mehr als zehn Jahren aus dem Amt schied, war eine Task Force gegründet worden.
Beide Parteien beschuldigen sich seit Jahren gegenseitig, die Entwicklung des FuÃballs der anderen Seite zu behindern. "Wir verlangen von der FIFA nicht, einen politischen Konflikt zu lösen, wir verlangen, FuÃball zu organisieren", sagte Radschub.
FIFA-Council unternahm keine weiteren Schritte
Zuletzt hatte der palästinensische Verband die FIFA aufgefordert, die Teilnahme israelischer Teams, die angeblich auf palästinensischem Gebiet ansässig seien, an israelischen Wettbewerben zu untersuchen. Das FIFA-Council entschied jedoch im März, keine weiteren Schritte zu unternehmen, "da der endgültige rechtliche Status des Westjordanlands gemäà Völkerrecht nach wie vor eine ungelöste und äuÃerst komplexe Sachfrage darstellt."
In einem anderen Fall hatte die FIFA den israelischen Verband unter anderem wegen VerstöÃen eines Clubs gegen Anti-Diskriminierungsregeln bestraft. Die IFA muss deshalb unter anderem eine Geldstrafe in Höhe von 150.000 Schweizer Franken zahlen./aer/DP/he