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Ölpreise geraten nach Iran-Feuerpause immer weiter unter Druck

LONDON/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Ankündigung einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen dem Iran und den USA hat die Ölpreise am Mittwoch deutlich belastet. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel um fast 17 Prozent auf 91,14 US-Dollar. Der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai um 18,3 Prozent auf 92,21 Dollar.

Beide Ölsorten kosten trotz des Rückgangs aber immer noch knapp ein Drittel mehr als vor Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran und dessen Gegenschlägen auf Staaten in der Region Ende Februar. Kurs vor dem Krieg hatte der Brent-Preis noch bei rund 70 Dollar gelegen

Der Iran und die Vereinigten Staaten haben sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus geeinigt. In Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen solle der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge ermöglicht werden.

Die Unsicherheit an den Märkten bleibt jedoch hoch. Nach Beginn der Waffenruhe mit den USA und Israel hat der Iran neue Explosionen am Persischen Golf gemeldet. Sie ereigneten sich an einer Raffinerie auf der Insel Lawan, wie die Nachrichtenagentur Mehr berichtete. Die Ursache war zunächst unbekannt.

"Hinzukommt die Unsicherheit darüber, wie schnell der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wieder hergestellt werden kann", schreibt Commerzbank-Expertin Thu Lan Nguyen. Sie verweist auf IEA-Chef Fatih Birol, der darauf hingewiesen hatte, dass erhebliche Schäden an der Energieinfrastruktur in der Region gegen eine schnelle Normalisierung des Angebots sprächen./jsl/he