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Lenovo peilt größtmögliche Bildschirmfläche von Laptops an

BARCELONA (dpa-AFX) - Der Computerhersteller Lenovo tüftelt an einem Laptop mit doppeltem Monitor. Bei der am Montag startenden Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona stellt das chinesische Unternehmen ein Gerät vor, bei dem der zweite Monitor zunächst auf der Rückseite des Frontmonitors befestigt ist - der Nutzer selbst kann ihn also nicht sehen, aber eine Person, die vor ihm sitzt. Die beiden können sich dann ein Video oder Fotos ansehen, ohne nebeneinanderzusitzen. Das könnte etwa in Verkaufssituationen helfen.

Der zweite Monitor kann abgenommen werden. Nimmt man auch die Tastatur ab, lassen sich die beiden Monitore zusammenheften und man hat sie entweder nebeneinander oder hintereinander vor sich - der erste Bildschirm liegt vor einem und der zweite ragt dahinter in die Höhe. Die abgenommene Tastatur ist über Bluetooth mit den Bildschirmen verbunden. Außerdem ist es möglich, den ersten Monitor und die Tastatur zusammenzulassen und den zweiten Bildschirm als externes Gerät danebenzustellen.

Nachfrage hat sich coronabedingt geändert

"In einer Nach-Corona-Zeit arbeiten die Menschen mobil von überall, daher kann es gut sein, einen zweiten Bildschirm zu haben", sagt Lenovo-Produktmanagerin Erin Sallese. "Das ermöglicht ein produktives Setup." Auf die Frage, wann und ob überhaupt dieses "Proof of Concept" (Konzeptnachweis) auf den Markt kommt, sagt Sallese, das sei zu früh zu sagen. "Bei jedem Konzeptnachweis ist das schwer abzuschätzen." Das erste Feedback sei aber positiv gewesen.

Lenovo testet kreative Lösungen

Lenovo stellt Jahr für Jahr Geräte vor, die kreative Entwürfe im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium sind. Im vergangenen Jahr zeigte die Firma einen Laptop mit dem Arbeitstitel Flip, dessen überlanges Display man nach hinten klappen kann und dann - ähnlich wie beim jetzt vorgestellten Modell - von vorne und hinten auf einen Bildschirm schauen kann.

2024 hatte Lenovo einen Laptop mit durchsichtigem Bildschirm vorgestellt. Der sollte Kreativen helfen, die mit einem Stift etwa ein Objekt hinter dem Bildschirm sehen und dies abzeichnen können. Außerdem sollte der transparente Screen ermöglichen, dass sich ein Verkäufer und der vor ihm sitzende Kunde ohne Sichtblockade sehen können.

Endstation Abstellkammer

Die meisten Konzeptnachweise verschwinden irgendwann gewissermaßen in der Abstellkammer, es gibt aber auch Ausnahmen: Ein 2023 beim MWC präsentierter Laptop mit einem Bildschirm, den man zehn Zentimeter nach oben ausfahren und somit vergrößern kann, ist inzwischen zu kaufen. Verkaufszahlen dazu publiziert Lenovo allerdings nicht.

Aus Sicht von Branchenexperten stärken die Konzeptnachweise das Markenimage von Lenovo als innovatives Unternehmen. Selbst wenn die entwickelten Geräte nicht über das Entwicklungsstadium hinauskommen, so helfen sie doch beim Verkauf - indem Kunden die Marke positiv wahrnehmen und dann einen ganz normalen Lenovo-Laptop kaufen./wdw/DP/zb