Energiebranche: Potenzial der Nordsee als 'grünes Kraftwerk' heben
HAMBURG (dpa-AFX) - Die Energiebranche betont vor dem Nordsee-Gipfel die Bedeutung der Windkraft auf See bei der Energiewende. "Europa hat jetzt die Chance, das volle Potenzial der Nordsee als grünes Kraftwerk zu heben", sagte Tim Meyerjürgens, Chef des Ãbertragungsnetzbetreibers Tennet Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur. Offshore-Windparks könnten so verbunden werden, dass ein vernetztes, europäisches Energiesystem entsteht.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt am Montag in Hamburg mit Staats- und Regierungschefs von Nordsee-Anrainerstaaten zusammen. Mit dabei sind auch mehrere Energieministerinnen- und Minister sowie Unternehmensvertreter.
Ein Sprecher von Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU), sagte, Ziel des Gipfels sei, den Ausbau von Windenergie auf See durch enge Kooperation im Nordseeraum effizienter und kostengünstiger voranzutreiben. "Dadurch steigern wir die Energieunabhängigkeit Europas, senken die Stromkosten und stärken die heimische Offshore-Windindustrie."
Branche will Planungs- und Investitionssicherheit
Der Bundesverband Windenergie Offshore nannte ein zentrales Anliegen investitionssichere Ausschreibungen und eine enge grenzüberschreitende Koordinierung bei Flächen, Netzen und Genehmigungen. Kosten und Risiken für Offshore-Projekte sind gestiegen. Die Branche fordert Planungs- und Investitionssicherheit.
Schutz kritischer Infrastruktur
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe sich die Anzahl hybrider Angriffe auf kritische Energieinfrastruktur in Europa an Land und auf See erhöht, so der Sprecher Reiches. Bei der Offshore-Windenergie seien vor allem Unterseekabel betroffen, aber auch Windenergieanlagen und Steuerungstechnik könnten ein Ziel von Cyberangriffen sein. "Der Schwerpunkt bisheriger Sabotageakte liegt in der Ostsee. Dennoch gilt es, kritische Energieinfrastruktur auch in der Nordsee besser vor potenziellen Angriffen zu schützen."
Das Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK) hält physische Angriffe gegen Kabel und Pipelines in der relativ tiefen Nordsee für weniger wahrscheinlich als in der flachen Ostsee. Die Nordsee sei aber das "Green Powerhouse" der EU, sagte Henrik Schilling vom ISPK. "Hybride Angriffe auf die Energieinfrastruktur werden vermutlich nicht (...) einzelne Windräder zum Ziel haben, sondern die Kabelverbindungen zwischen einem gesamten Windpark und dem Land, die Konverterstationen oder Trafos oder die Anlandestationen an der Küste."/hoe/DP/zb
HAMBURG (dpa-AFX) - Die Energiebranche betont vor dem Nordsee-Gipfel die Bedeutung der Windkraft auf See bei der Energiewende. "Europa hat jetzt die Chance, das volle Potenzial der Nordsee als grünes Kraftwerk zu heben", sagte Tim Meyerjürgens, Chef des Ãbertragungsnetzbetreibers Tennet Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur. Offshore-Windparks könnten so verbunden werden, dass ein vernetztes, europäisches Energiesystem entsteht.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kommt am Montag in Hamburg mit Staats- und Regierungschefs von Nordsee-Anrainerstaaten zusammen. Mit dabei sind auch mehrere Energieministerinnen- und Minister sowie Unternehmensvertreter.
Ein Sprecher von Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche (CDU), sagte, Ziel des Gipfels sei, den Ausbau von Windenergie auf See durch enge Kooperation im Nordseeraum effizienter und kostengünstiger voranzutreiben. "Dadurch steigern wir die Energieunabhängigkeit Europas, senken die Stromkosten und stärken die heimische Offshore-Windindustrie."
Branche will Planungs- und Investitionssicherheit
Der Bundesverband Windenergie Offshore nannte ein zentrales Anliegen investitionssichere Ausschreibungen und eine enge grenzüberschreitende Koordinierung bei Flächen, Netzen und Genehmigungen. Kosten und Risiken für Offshore-Projekte sind gestiegen. Die Branche fordert Planungs- und Investitionssicherheit.
Schutz kritischer Infrastruktur
Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe sich die Anzahl hybrider Angriffe auf kritische Energieinfrastruktur in Europa an Land und auf See erhöht, so der Sprecher Reiches. Bei der Offshore-Windenergie seien vor allem Unterseekabel betroffen, aber auch Windenergieanlagen und Steuerungstechnik könnten ein Ziel von Cyberangriffen sein. "Der Schwerpunkt bisheriger Sabotageakte liegt in der Ostsee. Dennoch gilt es, kritische Energieinfrastruktur auch in der Nordsee besser vor potenziellen Angriffen zu schützen."
Das Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK) hält physische Angriffe gegen Kabel und Pipelines in der relativ tiefen Nordsee für weniger wahrscheinlich als in der flachen Ostsee. Die Nordsee sei aber das "Green Powerhouse" der EU, sagte Henrik Schilling vom ISPK. "Hybride Angriffe auf die Energieinfrastruktur werden vermutlich nicht (...) einzelne Windräder zum Ziel haben, sondern die Kabelverbindungen zwischen einem gesamten Windpark und dem Land, die Konverterstationen oder Trafos oder die Anlandestationen an der Küste."/hoe/DP/zb