Aktien Wien Schluss: Hohe Ãlpreise belasten
WIEN (dpa-AFX) - Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und die damit in Verbindung stehende Ãlpreisentwicklung haben den Wiener Aktienmarkt auch am Freitag belastet. Der Leitindex ATX verabschiedete sich mit einem Abschlag von 1,61 Prozent auf 5.263,07 Punkte aus dem Geschäft. Damit schloss das österreichische Börsenbarometer die zweite vom Irankrieg geprägte Handelswoche mit einem kumulierten Verlust von 2,6 Prozent ab.
Vom fast drei Wochen alten Rekordhoch bei knapp 5.867 Punkten ist der ATX nun um rund zehn Prozent zurückgefallen und kratzt damit an der charttechnischen Korrekturzone. Diese Schwelle hatte der Index im früheren Wochenverlauf bereits vorübergehend unterschritten. Die Gewinne seit Jahresanfang sind inzwischen gänzlich abgeschmolzen.
Auch an den anderen europäischen Handelsplätzen ging es am Freitag tiefer. Marktbeobachter verwiesen vor dem Wochenende auf eine erhöhte Risikoaversion angesichts möglicher weiterer Ereignisse im Nahen Osten. Zudem bleibt das Muster bestehen, dass sich Aktien- und Anleihenkurse sowie der Euro entgegengesetzt zu den marktbestimmenden Ãlpreisen bewegen.
Der Brent-Ãlpreis pendelte am Freitag um die Marke von 100 US-Dollar. Irans Revolutionsgarden bekräftigten, dass die StraÃe von Hormus geschlossen bleiben soll und drohten mit weiteren Angriffen auf die Ãl- und Gas-Infrastruktur der Region. Die USA intensivierten eigenen Angaben zufolge wiederum die Luftangriffe auf den Iran. Die erhöhten Energiepreise schlagen sich durch wachsende Sorgen über die Auswirkungen auf Inflation und Konjunktur wiederum auf die Aktienkurse nieder.
Fraglich bleibt, wie die Europäische Zentralbank (EZB) auf einen möglichen Inflationsanstieg reagieren würde. Einer Bloomberg-Erhebung zufolge rechnet die groÃe Mehrheit der vor wenigen Tagen befragten Ãkonomen damit, dass die EZB ihre Leitzinsen in diesem Jahr noch nicht anheben wird. An den Terminmärkten werden hingegen bereits ein bis zwei kleine Zinsanhebungen um 25 Basispunkte bis Jahresende eingepreist. Knackpunkt dürfte dabei sein, ob die Notenbanker ölpreisbedingte Inflationsanstiege als vorübergehend ansehen können, was insbesondere auf die Entwicklung der Inflationserwartungen im Euroraum ankommen dürfte.
Im ATX gaben Uniqa nach Zahlen 3,5 Prozent ab. Der Aktienkurs hatte sich seit Beginn des Vorjahres jedoch mehr als verdoppelt. Der Versicherer hatte 2025 unter anderem wegen ausbleibender Naturkatastrophen deutlich besser verdient und hob daher die Dividende deutlich an. Analyst Thomas Unger von der Erste Group sprach von erwartungsgemäà starken Zahlen und Ausblick, die eine solide operative Entwicklung und eine anhaltende Wertschöpfung für die Aktionäre untermauern würden. Der höher als erwartet ausgefallene Dividendenvorschlag sei eine positive Ãberraschung.
Unter den wenigen Gewinnern im ATX befanden sich die Ãlwerte. Angesichts der starken Ãlpreisanstiege reagierten mehrere Analysten mit Kurszielanhebungen für europäische Branchenvertreter. OMV stiegen um 1,5 Prozent. Klare Abgaben gab es hingegen bei den konjunktursensiblen Industrie- und Bauwerten sowie Banken.
AuÃerhalb des Leitindex fielen Mayr-Melnhof um 2,9 Prozent auf 91,70 Euro. Analyst Michael Marschallinger von der Erste Group hob sein Kursziel von 82,2 auf 95,5 Euro an, belieà das Papier jedoch auf "Hold". Der europäische Kartonsektor befinde sich weiterhin in einer anhaltenden Phase struktureller Ungleichgewichte, die durch Ãberangebot, gedrückte Auslastungsraten und eine schwache Nachfrage gekennzeichnet sei, schrieb der Analyst.
Polytec gewannen dagegen zwei Prozent auf 3,54 Euro. Die Analysten der Baader Bank haben ihre Empfehlung für die Aktien des Automobilzulieferers von "Reduce" auf "Add" erhöht; mit einem Kursziel auf 6-Monatssicht von 4,20 Euro./spa/ste/APA/men
WIEN (dpa-AFX) - Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und die damit in Verbindung stehende Ãlpreisentwicklung haben den Wiener Aktienmarkt auch am Freitag belastet. Der Leitindex ATX
Vom fast drei Wochen alten Rekordhoch bei knapp 5.867 Punkten ist der ATX nun um rund zehn Prozent zurückgefallen und kratzt damit an der charttechnischen Korrekturzone. Diese Schwelle hatte der Index im früheren Wochenverlauf bereits vorübergehend unterschritten. Die Gewinne seit Jahresanfang sind inzwischen gänzlich abgeschmolzen.
Auch an den anderen europäischen Handelsplätzen ging es am Freitag tiefer. Marktbeobachter verwiesen vor dem Wochenende auf eine erhöhte Risikoaversion angesichts möglicher weiterer Ereignisse im Nahen Osten. Zudem bleibt das Muster bestehen, dass sich Aktien- und Anleihenkurse sowie der Euro entgegengesetzt zu den marktbestimmenden Ãlpreisen bewegen.
Der Brent-Ãlpreis pendelte am Freitag um die Marke von 100 US-Dollar. Irans Revolutionsgarden bekräftigten, dass die StraÃe von Hormus geschlossen bleiben soll und drohten mit weiteren Angriffen auf die Ãl- und Gas-Infrastruktur der Region. Die USA intensivierten eigenen Angaben zufolge wiederum die Luftangriffe auf den Iran. Die erhöhten Energiepreise schlagen sich durch wachsende Sorgen über die Auswirkungen auf Inflation und Konjunktur wiederum auf die Aktienkurse nieder.
Fraglich bleibt, wie die Europäische Zentralbank (EZB) auf einen möglichen Inflationsanstieg reagieren würde. Einer Bloomberg-Erhebung zufolge rechnet die groÃe Mehrheit der vor wenigen Tagen befragten Ãkonomen damit, dass die EZB ihre Leitzinsen in diesem Jahr noch nicht anheben wird. An den Terminmärkten werden hingegen bereits ein bis zwei kleine Zinsanhebungen um 25 Basispunkte bis Jahresende eingepreist. Knackpunkt dürfte dabei sein, ob die Notenbanker ölpreisbedingte Inflationsanstiege als vorübergehend ansehen können, was insbesondere auf die Entwicklung der Inflationserwartungen im Euroraum ankommen dürfte.
Im ATX gaben Uniqa
Unter den wenigen Gewinnern im ATX befanden sich die Ãlwerte. Angesichts der starken Ãlpreisanstiege reagierten mehrere Analysten mit Kurszielanhebungen für europäische Branchenvertreter. OMV
AuÃerhalb des Leitindex fielen Mayr-Melnhof
Polytec