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Aktien Frankfurt: Dax schwächelt weiter - Wochenbilanz negativ

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem jüngsten Kursrutsch an der New Yorker Tech-Börse Nasdaq besteht bei deutschen Aktien weiter kein Kaufinteresse. Schwache Konjunktursignale aus Frankreich verstärkten am Freitag eher noch die Sorgen der Anleger. Sie bleiben in Deckung ob der vielen Themen, die sie verunsichern. Peter Reichel von der Investmentbank Oddo BHF sprach an den Märkten von einem "Balanceakt" zwischen Wachstum, Inflation und Zinsen.

Der Dax knüpfte am Nachmittag mit einem Abschlag von knapp einem Prozent auf 25.128 Punkte an seine Vortagsverluste an. Das Wochenminus weitete sich damit auf fast zwei Prozent aus. Der MDax verlor am Freitag 0,6 Prozent auf 29.920 Zähler. An den US-Börsen wird zu Wochenschluss vor allem der Standardwerte-Index Dow Jones Industrial im Minus erwartet, während der Nasdaq 100 vielleicht zur Ruhe kommen könnte.

Neuerdings hinterfragen Investoren wieder kritisch, ob sich die Milliardeninvestitionen in den KI-Boom rentieren. Gestiegene Zinsen spielen eine wichtige Rolle, während die Ölpreise zuletzt wieder für Inflationsdruck sorgten. Anders als von Experten gedacht, rutschten Einkaufsmanagerindizes in Frankreich unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten. In dem Land sorgen eskalierende Proteste derzeit für Unruhe.

Die Chartexperten von HSBC sehen den Dax, der im Oktober im Bereich von 25.000 bis 25.700 Punkten schwankt, gefangen zwischen den besonders beachteten 50- und 200-Tage-Indikatorlinien. Sie sprechen von einem "Grad an Unentschlossenheit", sehen aber die Chance auf einen "Nährboden" für eine neue Trendbewegung, sofern die 200-Tage-Linie nachhaltig verteidigt wird.

Im europäischen Technologiesektor bleiben die Anleger nervös, nachdem der New Yorker Nasdaq 100 am Vorabend auf das tiefste Niveau seit Mitte September abgesackt war. Ein anfänglicher Erholungsversuch bei den Technologiewerten hielt jedoch nicht an. So rutschten die Aktien des Chipkonzerns Infineon wieder um fast ein Prozent ins Minus.

Einige Dax-Werte standen mit US-Vorgaben unter Druck. Dazu gehörten die 1,2 Prozent schwächeren Adidas-Anteile, die laut Händlern darunter litten, dass das US-Unternehmen Deckers Outdoor seinen Ausblick gesenkt hat wegen schwächerer Verkäufe von Hoka Sneakern und Ugg Boots.

Noch massiver erwischte es aber MTU mit 4,2 und die Deutsche Telekom mit 3,7 Prozent Minus. Der Triebwerksbauer war Schlusslicht im Kielwasser durchwachsener Resultate des Wettbewerbers Safran . Die Telekom gab ihre Vortagsgewinne wieder ab wegen neuer Sorgen vor US-Konkurrenz durch SpaceX .

Besser erging es wegen Branchenvorgaben dem Zementkonzern Heidelberg Materials und dem Konsumgüterhersteller Beiersdorf . Die Titel der beiden Dax-Werte stiegen nach überzeugenden Quartalsberichten der Konkurrenten Holcim und L'Oreal um bis zu 2,2 Prozent.

Ein Bericht über ein nachgebessertes Kaufangebot des Chemiekonzerns BASF hievte am Nachmittag die Evonik-Aktien mit 3,4 Prozent ins Plus. BASF sei jetzt dazu bereit, etwa 24 Euro je Aktie zu zahlen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise. Laut einem Bericht der "Financial Times" hatten zuletzt 22,15 Euro je Aktie im Raum gestanden. BASF-Aktien reagierten im Dax kaum darauf.

Wenig Reaktion zeigten im Dax auch die Titel von Munich Re . Nach der jüngsten Kursrally nahmen die Anleger am Nachmittag eher nüchtern zur Kenntnis, dass der Rückversicherer nach einem starken dritten Quartal sein diesjähriges Gewinnziel anhob. Um fast 28 Prozent sind die Titel seit Juni gestiegen.

Bei Atoss Software entschieden sich die Anleger nach gutem Lauf für Gewinnmitnahmen, der Kurs des SDax-Mitglieds sackte um fast sieben Prozent ab. Dem erhöhten Margenausblick stand gegenüber, dass der auf Personalmanagement spezialisierte Softwareanbieter den Gesamterlös nun eher am unteren Ende seiner Prognosespanne sieht./tih/stk