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Aktien Frankfurt: Dax fällt wieder unter 24.000 - Ölpreisanstieg belastet

FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts weiter steigender Ölpreise, einer Flut an Unternehmenszahlen und der heute anstehenden US-Zinsentscheidung hat der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch keine klare Richtung eingeschlagen. Der Dax gab seine leichten Anfangsgewinne ab und fiel wieder unter die stark beachtete Marke von 24.000 Punkten. Zuletzt notierte der Leitindex 0,3 Prozent im Minus bei 23.954 Punkten. Für den MDax mit den mittelgroßen Werten ging es um 0,1 Prozent auf 30.094 Zähler nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,5 Prozent.

Aufgrund neuer Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran legten die Ölpreise deutlich zu. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg um gut 3 Prozent auf 114,70 US-Dollar. Kurz zuvor hatte Trump angesichts der schleppenden Verhandlungsfortschritte im Nahost-Krieg offenbar erneut Drohungen gegen den Iran ausgesprochen. Bereits zuvor hatten die USA signalisiert, dass sie an der Seeblockade iranischer Häfen festhalten würden, um Teherans Ölexporte zu unterbinden und das Land an den Verhandlungstisch zurückzubringen.

Die Fed wird in einem durch den Iran-Krieg verunsicherten Umfeld ihre Leitzinsen an diesem Mittwoch wohl zum dritten Mal in Folge nicht verändern. Die Unsicherheit mit Blick auf die weitere Geldpolitik ist groß. Entscheidend bleibt der Krieg zwischen den USA und dem Iran. Eine Öffnung der Straße von Hormus ist weiterhin nicht in Sicht und könnte auch in den USA die Inflation weiter anheizen sowie das Wirtschaftswachstum dämpfen.

Auf beiden Seiten des Atlantiks nimmt zur Wochenmitte zudem die Berichtssaison der Unternehmen mächtig Fahrt auf. In den USA veröffentlichen am Abend nach dem Börsenschluss in New York mit Alphabet , Amazon , Meta und Microsoft gleich vier Unternehmen aus der Gruppe der Magnificent 7 ihre Quartalszahlen. In Deutschland standen allein von den Dax-Werten sechs Quartalsberichte auf der Agenda.

Der Autobauer Mercedes-Benz hielt trotz der Schwäche in China den Gewinnrückgang im ersten Quartal überraschend gering. Der Umsatz fiel angesichts eines rückläufigen Absatzes um knapp 5 Prozent. Das Unternehmen bestätigte die Jahresziele. Händler lobten in ersten Reaktionen vor allem Gewinn und Cashflow im ersten Jahresviertel. Für die Aktien der Stuttgarter ging es um 0,6 Prozent aufwärts.

Dagegen kamen die Zahlen der Deutschen Bank trotz eines Gewinnsprungs nicht gut an. Auf die Aktionäre entfielen im ersten Quartal unter dem Strich 1,9 Milliarden Euro und damit knapp acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor und mehr als von Analysten erwartet. Die Papiere des Geldhauses fielen jedoch um 2,5 Prozent.

Der Sportartikelhersteller Adidas schnitt im ersten Quartal besser ab als erwartet und bestätigte seinen Jahresausblick. So stieg der Umsatz um gut 7 Prozent. Das Betriebsergebnis legte trotz Gegenwind durch Währungseffekte und Zöllen um 15,5 Prozent zu. Die Adidas-Titel waren mit einem Kursplus von 6,9 Prozent Spitzenreiter im Dax.

Scout24 überzeugte die Anleger mit starken Quartalszahlen, zuversichtlichen Aussichten für die weitere Geschäftsentwicklung und einem beschleunigten Aktienrückkaufprogramm. Die Titel des Internetportal-Betreibers kletterten um 5,1 Prozent nach oben.

Der Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise sieht sich nach Umsatzeinbußen zum Jahresstart auf Kurs zu seinen Zielen für 2026. Organisch sanken die Erlöse im ersten Quartal aber weniger als von Analysten im Durchschnitt erwartet. Die Aktien stiegen um 5,9 Prozent.

Knappe Triebwerke des Herstellers Pratt & Whitney brockten dem Flugzeugbauer Airbus einen schwachen Start ins Jahr ein. Umsatz und Gewinn gingen im ersten Quartal zurück. Dennoch will Chef Guillaume Faury 2026 so viele Flugzeuge ausliefern wie nie zuvor und registriert trotz des Iran-Kriegs bisher keine Abbestellungen. Für die Airbus-Papiere ging es um 1,6 Prozent aufwärts.

Die Aktien von Fuchs reagierten mit einem Kurssprung von 8,5 Prozent und einem Sechsmonatshoch auf starke Quartalskennziffern des Schmierstoffherstellers. Zudem hob Fuchs das Umsatzziel für das Gesamtjahr 2026 an. Barclays-Analyst Anil Shenoy sprach von einem deutlich besser als prognostizierten Zahlenwerk. Den eingetrübten Free-Cashflow-Ausblick bezeichnete er als nicht überraschend.

Die Papiere von Thyssenkrupp profitierten von der angekündigten Mehrheitsübernahme von TK Elevator durch den finnischen Aufzughersteller Kone und schnellten um 7,5 Prozent hoch. Die Transaktion bewertet die ehemalige Aufzugsparte des Industriekonzerns, an der Thyssenkrupp aber noch beteiligt ist, mit 29,4 Milliarden Euro inklusive Schulden./edh/stk

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---