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Aktien Frankfurt Ausblick: Anleger verlieren im Iran-Krieg allmählich die Geduld

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die fortdauernde Unsicherheit über den Nahost-Konflikt und steigende Energiepreise dürften die Finanzmärkte am Donnerstag einmal mehr belasten. Der Preis für die Ölsorte Brent stieg über der 100-Dollar-Marke weiter an. Inflations- und Konjunkturrisiken nehmen zu, Aktien werden gemieden.

So signalisierte der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex eine Stunde vor dem Xetra-Start ein Minus von 0,8 Prozent auf 24.002 Punkte. Es wäre der vierte Handelstag in Folge mit Verlusten für den Dax. Zudem würde das Aktienbarometer wieder unter die viel beachtete 200-Tage-Linie für den längerfristigen Trend rutschen.

Gute Vorgaben aus den USA kann der deutsche Aktienmarkt somit nicht verwerten. Der technologielastige Nasdaq 100 hatte am Mittwoch ein Rekordhoch erreicht. Asiens Aktienmärkte zeigten am Donnerstag Schwäche.

"Der Ölpreis und die Zinsen steigen wieder. Aktienkurse fallen", konstatierte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Die Normalisierung der Energiemärkte verschiebe sich immer weiter nach hinten. Der Schaden, den der Konflikt im Nahen Osten der Weltwirtschaft zufüge, werde von Tag zu Tag größer. "Die Geduld der Börsianer ist mehr und mehr aufgezehrt", so der Portfolio-Manager.

In der hierzulande allmählich Fahrt aufnehmenden Berichtssaison veröffentlicht an diesem Donnerstag Europas größter Softwarehersteller SAP Quartalszahlen, dies allerdings erst am Abend nach US-Börsenschluss. Anleger sind vorsichtig, auf Tradegate sank der SAP-Kurs um 3 Prozent zum Xetra-Schluss.

Im Blick mit Quartalsbilanzen stehen außerdem der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius sowie der Online-Broker Flatexdegiro aus dem MDax sowie der Bahntechnikkonzern Vossloh und der Auto- und Industriezulieferer Stabilus aus dem SDax .

Sartorius rutschten im vorbörslichen Handel auf Tradegate um 2,5 Prozent ab zum Xetra-Schluss. Die Zahlen lägen etwas unter den Erwartungen und die Aktien seien zuletzt gut gelaufen, sagte ein Händler. Flatexdegiro gewannen 1 Prozent auf Tradegate nach einem besser als erwartet ausgefallenen Umsatz und Gewinn.

Infineon dürften ihre Rally fortsetzen und könnten erstmals die 50-Euro-Marke überspringen. Treiber am Donnerstag sind starke Ausblicke der Halbleiterkonzerne STMicro und Texas Instruments . Der Kurszuwachs für die Infineon-Papiere betrug auf Tradegate am Morgen 2,2 Prozent im Vergleich mit dem Xetra-Schluss.

RTL Group legten um 4,7 Prozent zu. Der Medienkonzern darf Sky Deutschland übernehmen./ajx/nas