Aktien Frankfurt: Anleger verdauen Preisschock bei Edelmetallen - Dax im Plus
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die zeitweise massiven Verluste am Edelmetall-Markt haben den Dax am Montag nicht nachhaltig belastet. Der deutsche Leitindex war im frühen Handel um bis zu 0,6 Prozent gesunken, bevor er in die Gewinnzone drehte. Gegen Mittag stand ein Plus von 0,3 Prozent auf 24.618 Punkte zu Buche.
Auch der MDax der mittelgroÃen Börsenwerte erholte sich und legte zuletzt um 0,2 Prozent auf 31.219 Punkte zu. Im Segment der kleineren Börsenwerte reduzierte der SDax seine Verluste auf 0,7 Prozent. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wiederum trat auf der Stelle.
Wesentlicher Auslöser des jüngsten Einbruchs bei den Preisen von Gold und Silber war die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.
Nicht wenige Spekulanten, die mit Kredit auf weiter anziehende Preise der Edelmetalle gesetzt hatten, wurden davon wohl auf dem falschen Fuà erwischt. Diese müssen dann Positionen glattstellen, was die Preise weiter belastet - eine Abwärtsspirale entsteht, bis die Lage bereinigt ist. Eine solche Entwicklung kann sich dann vorübergehend auch auf andere Märkte, etwa die für Aktien, auswirken.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, schrieb dazu: "Die auch durch Erhöhungen von Sicherheitsanforderungen der Terminbörsen ausgelösten Kursverluste der Edelmetalle - bei Silber die höchsten jemals an einem einzelnen Tag gemessenen - lösen automatische technische Verkäufe in anderen Vermögenswerten aus, obwohl diese mit der starken Kurskorrektur dort nichts zu tun haben." Zuletzt seien zu viele Anleger in Edelmetalle investiert gewesen und von der scharfen Korrektur am Freitag unvorbereitet getroffen worden. Nun müssten sie andere Depotpositionen verkaufen, um die Verluste bei den Metallen zu decken.
In diesem Umfeld machten Anleger jetzt bei Rüstungswerten weiter Kasse. Das verwundert nicht, da diese auch im neuen Jahr bislang überdurchschnittlich stark zugelegt hatten. Für den Sektor sprechen weiterhin die Anforderungen der Nato angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sowie die geopolitischen Krisenherde, nachdem Irans oberster Führer im Falle eines US-Angriffs vor einer regionalen Eskalation gewarnt hatte.
So fielen Rheinmetall am Dax-Ende um 1,6 Prozent. Im MDax büÃten Hensoldt 2,6 Prozent und TKMS 2,4 Prozent ein.
Auch einige seit Jahresbeginn stark gestiegene Aktien aus dem Rohstoffsektor mussten Federn lassen. Am MDax-Ende etwa fielen Thyssenkrupp um 2,8 Prozent.
Zinssensible Halbleiterwerte waren zu Wochenbeginn ebenfalls nicht gut gelitten, zumal an der südkoreanischen Börse in Seoul überaus gut gelaufene Papiere aus der Branche eingeknickt waren. Im SDax traf es Siltronic mit minus 4,7 Prozent besonders heftig.
Die Nase vorn im MDax hatten die Anteilsscheine von Nemetschek, die um 3,3 Prozent anzogen. Die US-Investmentbank Bank of America hatte die Papiere gleich doppelt hochgestuft und empfiehlt sie nun zum Kauf. Analyst Victor Cheng argumentierte, dass der Bausoftware-Konzern "an der Zukunft baut". Der Experte sieht aktuell eine attraktive Einstiegsmöglichkeit wegen Chancen im Bereich der Künstlichen Intelligenz./la/mis
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die zeitweise massiven Verluste am Edelmetall-Markt haben den Dax
Auch der MDax
Wesentlicher Auslöser des jüngsten Einbruchs bei den Preisen von Gold und Silber war die Nominierung des früheren Fed-Gouverneurs Kevin Warsh als Nachfolger für US-Notenbank-Chef Jerome Powell durch US-Präsident Donald Trump. Das hatte an den Märkten Zweifel geschürt, dass es tatsächlich zu einer deutlichen Lockerung der Geldpolitik kommen wird.
Nicht wenige Spekulanten, die mit Kredit auf weiter anziehende Preise der Edelmetalle gesetzt hatten, wurden davon wohl auf dem falschen Fuà erwischt. Diese müssen dann Positionen glattstellen, was die Preise weiter belastet - eine Abwärtsspirale entsteht, bis die Lage bereinigt ist. Eine solche Entwicklung kann sich dann vorübergehend auch auf andere Märkte, etwa die für Aktien, auswirken.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, schrieb dazu: "Die auch durch Erhöhungen von Sicherheitsanforderungen der Terminbörsen ausgelösten Kursverluste der Edelmetalle - bei Silber die höchsten jemals an einem einzelnen Tag gemessenen - lösen automatische technische Verkäufe in anderen Vermögenswerten aus, obwohl diese mit der starken Kurskorrektur dort nichts zu tun haben." Zuletzt seien zu viele Anleger in Edelmetalle investiert gewesen und von der scharfen Korrektur am Freitag unvorbereitet getroffen worden. Nun müssten sie andere Depotpositionen verkaufen, um die Verluste bei den Metallen zu decken.
In diesem Umfeld machten Anleger jetzt bei Rüstungswerten weiter Kasse. Das verwundert nicht, da diese auch im neuen Jahr bislang überdurchschnittlich stark zugelegt hatten. Für den Sektor sprechen weiterhin die Anforderungen der Nato angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine sowie die geopolitischen Krisenherde, nachdem Irans oberster Führer im Falle eines US-Angriffs vor einer regionalen Eskalation gewarnt hatte.
So fielen Rheinmetall
Auch einige seit Jahresbeginn stark gestiegene Aktien aus dem Rohstoffsektor mussten Federn lassen. Am MDax-Ende etwa fielen Thyssenkrupp
Zinssensible Halbleiterwerte waren zu Wochenbeginn ebenfalls nicht gut gelitten, zumal an der südkoreanischen Börse in Seoul überaus gut gelaufene Papiere aus der Branche eingeknickt waren. Im SDax traf es Siltronic
Die Nase vorn im MDax hatten die Anteilsscheine von Nemetschek
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---